Regeln im Dojo: wichtig oder unnötig? (Teil 1)

Regeln im Dojo: wichtig oder unnötig? (Teil 1)

Sind Verhaltensregeln in einem Dojo bzw. einer KungFu-Schule notwendig?

Weiß nicht jedes Mitglied selbst, wie es sich zu benehmen hat und was wichtig ist?

Werden damit die Schüler nicht bevormundet bzw. in ihrer Freizeit mit noch mehr Ge- und Verboten konfrontiert?

 

Erst kürzlich habe ich für die Win(g)Tsun Schule Donaustadt eine „Schulordnung“ – oder besser gesagt, Wertevorstellung – zusammengefasst, hinter der das gesamte WTSD-Team steht.

In mehreren Teilen werde ich näher darauf eingehen, weil diese Werte nicht nur bei uns wichtig sind, sondern auch im Alltag, im gegenseitigen Miteinander und auch in der Begegnung mit sich selbst eine tragende Rolle spielen.

 

1) Mut

Laut Definition ist Mut:

„etwas tun, obwohl ich Angst habe bzw. die Fähigkeit, in einer gefährlichen/riskanten Situation seine Angst zu überwinden“ 

„die Bereitschaft, etwas zu tun, was ich für richtig halte, auch wenn Nachteile daraus zu erwarten sind“.

Im WingTsun Realitätstraining bzw. Sparring bedeutet dies, das eigene Herz in die Hand zu nehmen, gefasst auf den Angriff zu warten und dann mit vollem Einsatz zu reagieren; nicht (vorher) aufgeben, auch wenn eine Niederlage droht oder der „Gegner“ (= Lehrer) scheinbar übermächtig ist.

„Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren“.

Und im Alltag?

Wie oft stehen wir vor unsicheren Situationen oder setzen Handlungen wider besseren Wissens – und „vergeuden“ einen Tag nach dem anderen unserer wertvollen Lebenszeit.

Es braucht Mut,

  • unangenehme, aber notwendige Entscheidungen zu treffen…
  • zu seinen Wünschen und Träumen zu stehen…
  • aus der eigenen Komfortzone auszubrechen…
  • oder sich zu 100% auf eine Person, auf das Leben oder auf die Liebe einzulassen.

Aber wie unsagbar schön, kraftvoll und belebend ist das Gefühl, wenn die Angst überwunden und etwas voller Mut vollbracht wird?

„Wo die Angst endet, beginnt die Freiheit“

 

2) Hygiene

Hier unterscheide ich persönlich 4 Arten, wobei speziell die ersten beiden für die Gemeinschaft bei uns wichtig sind.

  1. Körperliche Hygiene
  2. Medizinische Hygiene
  3. Psychische Hygiene
  4. Soziale Hygiene

Körperliche Hygiene…

…oder auch physische Sauberkeit ist eine absolute Voraussetzung für ein angenehmes und konstruktives Üben mit dem Trainingspartner. Im WingTsun, einem  Nahkampfsystem, befinden wir uns fast ausschließlich in der intimen Distanz unseres Gegenüber, daher versteht sich von selbst:

  • das Tragen von sauberer bzw. frisch gewaschener Trainingsbekleidung…
  • das Vermeiden von Mund- und Körpergerüchen durch tägliches Duschen bzw. Waschen sowie Verwenden von Deo- oder Körperspray…
  • der Gebrauch eines Handtuches bei verstärkter Schweißproduktion, speziell im Sommer…
  • gewaschene Hände mit geschnittenen bzw. gepflegten Fingernägeln.

Medizinische Hygiene…

…sagt aus, dass jegliche Ansteckungsgefahr vermieden wird, was bedeutet:

  • dass Wunden daheim schon wasserdicht verbunden werden…
  • dass kleinere, blutende Verletzungen sofort behandelt und abgedeckt werden…
  • dass bei Verkühlungen, grippalen Infekten oder anderen ansteckenden Krankheiten ein absolutes Trainingsverbot besteht (Bei Nichtbeachtung wird das Mitglied wieder nach Hause geschickt).

Psychische Hygiene…

…fasst alle Maßnahmen zusammen, die dazu dienen, Geist und Seele gesund zu erhalten.

Dies reicht von der Vermeidung von zuviel Stress über das Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse bis hin zur Achtsamkeit mit sich selbst.

Ebenso trägt eine optimistische Grundeinstellung, ausreichend Schlaf, gelungene Work-Life-Balance, entspannende Hobbies und auch der lösungsorientierte Umgang mit Problemen dazu bei, dass man sich einfach gut und leistungsbereit fühlt.

Sozialhygiene…

…wiederum betrifft alle Faktoren, die unsere Beziehung zu unserem Umfeld beeinflussen, wie z.B. die Fähigkeiten,

  • Beziehungen aufzubauen und zu pflegen…
  • sich auf andere Menschen einzulassen, zu vertrauen, Nähe und Offenheit zuzulassen…
  • konstruktiv mit berechtigter Kritik umzugehen und daraus zu lernen…

Neben anderen Faktoren ist vor allem der Freundes- und Bekanntenkreis wichtig, den man pflegt, denn:

„Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst“

Umgib dich daher mit Menschen, die das schon erreicht haben und leben, was du dir wünscht und dir wichtig ist. Dies ist der schnellste Weg, um dein Ziel zu erreichen und Veränderungen herbeizuführen.

Sifu Martin

PS: Wird mit den Werten „Respekt“ und „Pünktlichkeit“ fortgesetzt :-)!

 

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